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Doch zwischenzeitlich wird die Zahl der Kritiker gegen das Projekt in der Türkei immer stärker, weiß Thomas Wenidoppler von der Initiative ECA-Watch mit Sitz in Wien, der das vom Staudamm betroffene Gebiet in Ostanatolien schon selbst besuchte. Die türkische Presse berichtet immer kritischer und Persönlichkeiten wie der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk und Popstar Tarkan engagieren sich gegen den Staudamm, so Wenidoppler.
Statt dessen wird gefordert, die Stadt Hasankeyf zum UNESCO-Weltkulturerbe zu ernennen. Nach Fertigstellung des Staudamms würden hier Jahrtausende alte Kulturgüter im künstlichen Stausee des Tigris verschwinden.
Der Bau des Ilisu-Staudammes würde eine große Zahl von Problemen nach sich ziehen, wie
ökologische:
die Zerstörung von 400 km intakter Flusslandschaft - Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten
die Überflutung fruchtbarer Ackerflächen
Versalzung von landwirtschaftlich genutzten Böden
Die Freisetzung von Treibhausgasen durch die Verrottung von Biomasse im Stausee bei gleichzeitiger Sauerstoffarmut
Politische:
Die türkische Regierung hätte im Falle der Erbauung die Möglichkeit, den Unteranliegern wie Syrien oder dem Irak den Wasserzufluss für mehrere Monate zu verringern oder sie von der Zufuhr gar abzuschneiden, denn die Türkei vertritt den Standpunkt, dass das Wasser aus Flüssen, die ihre Quellen im eigenen Land haben, ihr gehört.
Kulturelle:
Durch den Ilisu-Stausee würden Kulturdenkmäler und Kulturgüter, unter anderem die archäologisch interessante Stadt Hasankeyf unter Wasser setzen.
Besonders die in dieser Gegend lebenden Kurden sind stark erbost über die Staudammpläne aus Ankara und befürchten die Zerstörung eines Stückes ihrer Identität.
Soziale:
Durch den Ilisu-Staudammes würden 52 Dörfer und 15 Kleinstädte überflutet. Bis zu 60.000 Menschen müssten umgesiedelt werden.
Weitere Informationen zum aktuellen Stand des Ilisu-Staudammes gibt es auf der Seite „stopilisu.com“ der Initiative ECA-Watch, sich für höhere Umwelt- und Sozielstandards in der Exportwirtschaft engagiert.
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