Während ihrer Mexiko-Reise lernten Lukas Strobl, Robert Machacek und Matthias Zeiner zwei Amerikaner kennen. Einer der beiden sitzt quer- schnittsgelähmt im Rollstuhl. Dennoch war es für alle möglich, auch schwerstes Wildwasser zu meistern. Letztendlich ist das nur eine Sache des Teamgeistes.
Nach Robert Machaceks Pech sich in der Alsesecaschlucht das Paddel in's Gesicht zu schlagen, war die Fahrt auf dem Wasser für ihn erst mal beendet. Nach dieser schmerzhaften Erfahrung folgte eine Camel Trophy durch's Unterholz des Dschungels. Es war gar nicht so leicht im Nebel, die Straße zu finden und dabei – ohne jegliche Sprachkenntnisse – Mexikanern, die mit Macheten unterwegs waren, zu erklären, warum man permanent über deren Viehzäune klettert.
Zurück im Camp waren dort noch zwei weitere Amerikaner angereist. Nach kurzen Gesprächen bestätigte sich: Das sind auch Paddler. Auffällig war nur, dass einer von ihnen im Rollstuhl saß. Jedenfalls begannen die beiden Amis, Rob und Greg, Flüsse zu erkunden.
Tags darauf formierte sich eine achtköpfige Gruppe, um die Banana-Section mit vielen aufwändigen Umseil- und Umtragestellen zu versuchen. Die beiden Amerikaner waren auch dabei. Einen solch anspruchvollen Fluss mit einem Querschnittsgelähmten im Kajak zu meistern, war eine neue Herausforderung.
Jeder in der Gruppe übernahm seinen Teil. Das erste Problem lag schon mal darin, den Einstieg zu erreichen. Eine Dreiviertelstunde kostet diese Aktion an Zeit. Greg, den Rollstuhlfahrer, setzten sie schon von Anfang an in's Kajak und ließen ihn Meter für Meter zum Einstieg hinab.
Auf dem Fluss war alles mit Greg zusammen sehr unproblematisch. Er war ein exzellenter Kajakfahrer. Wichtig war nur, ihm die einzelnen Stellen genauestens zu erklären, da er diese ja nicht besichtigen konnte.
Wobei der Fluss schon einiges an Kraft kostete. Der Silencio Fall musste als erstes umtragen werden. Dann folgte Hammer-Wildwasser und am sogenannten „Meatlocker" folgte das nächste Problem, da nach dieser Stelle die Boote herausgeseilt werden müssen. Die nächste Stelle ist nämlich kaum fahrbar.
Letztendlich gab es für alle Probleme Lösungen. Und für die hochmotivierte Gruppe war es eine riesige Freude zu sehen, mit welchen Spaß Greg die Big-Banana-Strecke paddeln konnte.
Kultur muss sein. So wurde eine Besichtigung von ein paar Pyramiden abgehackt, bevor es Nachmittags mit Greg und Rob auf die Roadside ging. Dort war es gar nicht so einfach, Greg 15 Meter aus der Schlucht zur Straße heraufzuseilen. Der Versuch, Greg mit seinem Kajak an den Doge anzuhängen und herauszuziehen, scheiterte an einem gerissenen Wurfsack, auf Grund der starken Umlenkungen. So war der Einsatz von Muskelkraft angesagt.
Anschließend verbrachte der Trupp zwei Tage am Rio Oro, dem Pflichtfluss unter Mexikopaddlern. Der Wehrmutstropfen am Rio Oro: Nach einem zweistündigen Fußmarsch muss der Einstig gefunden werden. Es war sehr mühsam, erinnert sich Robert, sich flussauf zu kämpfen und unterhalb eines seichten 15 Meter Falls einzusetzen.
Die Belohnung für die Schufterei waren glasklares Wasser, Wildwasser IV in einer Landschaft aus Lavagestein und zwei Wasserfälle hinter- einander. Der erste mit zehn Meter, der zweite mit zwölf Meter. Den Ausklang bildete Wildwasser II und die Mündung in's große weite Meer, inklusive Surfen in der Brandung. „Wahnsinnig schön", Roberts Kommentar.
Doch leider gehen die schönsten Tage im Jahr immer viel zu schnell vorbei und so hieß es für Robert, Luki und Matthi von Mexiko Abschied zu nehmen und den langen Heimflug anzutreten.
Text: Robert Machacek
Fotos: Matthias Zeiner, Luki Strobl, Will Hartman, Todd Richey, Seth Ashworth, Robert Machacek
Teil 1: Mexiko: Ein Wintermärchen mit Schlaraffenlandpaddlergarantie
Teil 2: Die Moral der Mexikogeschicht: Halt's Paddel nicht vor’s Gesicht
Mehr über den Mexiko-Tripp auf der Seite der vboyz.at
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